Vom ersten iPhone bis heute – ein Rückblick auf 10 Jahre Smartphones

Am 9. Januar 2007 war es der damalige Apple-Chef Steve Jobs, der das allererste iPhone stolz der Öffentlichkeit präsentierte. Welche Dynamik gerade dieses Gerät entwickeln und wie es die gesamte Mobilfunkbranche auf den Kopf stellen sollte, das hätte sich selbst Jobs zu diesem Zeitpunkt wohl kaum zu träumen gewagt. Ein Jahrzehnt später ist das Smartphone unser aller Alltagsbegleiter Nummer eins. Zeit für einen Rückblick auf eine spannende Dekade voller Auf- und Abstiege, neuer Innovationen und verblüffender Technik.

Eigentlich waren Finnen die Pioniere…

Bei aller Euphorie rund um Apple und sein iPhone wird heutzutage meist vergessen, dass das iPhone streng genommen gar nicht das allererste Smartphone war. Denn schon mehr als ein Jahrzehnt eher, im Sommer 1996, brachte ein finnischer Hersteller ein Gerät auf den Markt, das alle Eigenschaften eines „smarten Mobiltelefons“ mit sich brachte. Die Rede ist natürlich von Nokia und dem legendären Communicator.

Dieses Gerät wurde seinerzeit zum stolzen Preis von umgerechnet 1400 Euro – bezahlt wurde seinerzeit noch in D-Mark – angeboten. Das „Büro im Westentaschenformat“ konnte Faxe und E-Mails empfangen und versenden. Zudem brachte es erstmals die Möglichkeit mit sich, auf einem Mobiltelefon ins Netz zu gehen. Wer dies wagen wollte, musste damals jedoch noch eine Menge Geduld mitbringen. Denn von mobilem Highspeed-Internet war man damals noch weit entfernt. Auch die Darstellung war eher simpel gehalten. Neben dem hohen Preis waren dies wohl die Hauptgründe, weswegen der Nokia Communicator eher ein Business-Device für eine beschränkte Zielgruppe blieb.

Apple machte das Smartphone massentauglich

Nach dem Communicator folgten weitere Nokia-Modelle, die stetig weiterentwickelt wurden, sowie Geräte von Ericsson und BlackBerry. So richtig Schwung in die Sache kam jedoch tatsächlich erst durch das iPhone. Erstmals wurden wirklich die Massen gezielt angesprochen – und die Menschen konnten sich der Strahlkraft dieses schicken Gerätes nicht entziehen.

Jobs verstand es damals wie kein Zweiter, gute Technik brillant in Szene zu setzen. So wurde das iPhone denn auch als revolutionäres Gerät vorgestellt, das gleich drei Produkte ineinander vereint. Es sollte nicht nur ein innovatives Mobiltelefon sein, sondern auch ein Breitband-iPod mit Touchscreen sowie ein neuartiges Internet-Kommunikationsgerät. Nicht nur in puncto Design, sondern auch in Sachen Bedienkomfort stellte das iPhone tatsächlich alles bislang Dagewesene in den Schatten.

Highspeed-Surfen und der Siegeszug der Apps

War das Surfvergnügen mit dem allerersten iPhone noch eher eingeschränkt, so besserte Apple schnell nach. Schon ein Jahr nach der ersten Präsentation erhielt das Gerät 3G – ein völlig neuartiges mobiles Interneterlebnis. Für eine echte Revolution sorgte Apple mit der Eröffnung des App Stores. Damit begann der bis heute unaufhaltsame Siegeszug der Apps. Die nützlichen kleinen Anwendungen sind gewissermaßen das Herzstück eines jeden Smartphones.

Wie der Weltmarktführer abstürzte

Der sensationelle Aufstieg Apples als eigentlich fachfremder Hersteller im Bereich Mobiltelefone ist eng verbunden mit dem Fall des bisherigen Handyriesen. Denn obwohl man bei Nokia mit dem Communicator und seinen Nachfolgegeräten eigentlich schon frühzeitig die richtigen Weichen stellte, wurde die weitere Entwicklung komplett verschlafen. Vor allem wurde es Nokia zum Verhängnis, dass die Bedeutung des Touchscreens zu lange unterschätzt wurde. Als der einstige Weltmarktführer schließlich gegensteuern wollte, war es bereits zu spät. Apple hatte – nicht zuletzt auch aufgrund der Apps – einen uneinholbaren Vorsprung. Selbst der Antennenskandal rund um das iPhone 4 konnte die Erfolgsgeschichte nicht mehr stoppen.

Androids Aufstieg zur größten iPhone-Konkurrenz

Das Android Logo von 2007 – 2014

Während Apple also von einem Verkaufserfolg zum nächsten eilte – bis heute ging mehr als eine Milliarde iPhones über den Ladentisch -, versank Nokia in der Bedeutungslosigkeit. Doch es formierte sich klammheimlich eine neue, mächtige Konkurrenz. Suchmaschinengigant Google drängte nun ebenfalls auf den Smartphone-Markt. Mit dem Android-Betriebssystem wurde ein lupenreiner Gegenentwurf zu Apples iOS entwickelt. Der große Unterschied: Android sollte fortan auf den Smartphones vieler verschiedener Hersteller laufen.

Zu diesen Handybauern zählten allen voran Motorola, LG, HTC und Samsung. Vor allem das letztgenannte Unternehmen sollte zum großen Gegenspieler Apples heranreifen. Mit der Galaxy-Serie gelang den Südkoreanern der große Wurf. Bis heute gelten die Geräte als die wichtigsten iPhone-Kontrahenten. Jahr für Jahr stiegen die Android-Marktanteile. Mittlerweile beherrscht das Betriebssystem mit einem Anteil von 80 Prozent den Markt deutlich.

Wer setzt die Smartphone-Trends der Zukunft?

Trotz der Android-Dominanz hat das iPhone nach wie vor eine eingeschworene Fangemeinde. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass diese in naher Zukunft dramatisch einbrechen wird. Die Stimmen, dass Apple in Sachen Innovationen wieder mehr bringen müsste, verstummen dennoch nicht. Es wird spannend sein zu beobachten, ob es dem US-Unternehmen gelingt, diese Stimmen mit wirklich atemberaubenden Neuentwicklungen zum Schweigen zu bringen.

Eines steht fest: Es ist längst nicht mehr nur Samsung, das dem iPhone das Leben so schwer wie möglich machen möchte. Vor allem aus China drängen weitere Mitbewerber mit einem großen Selbstbewusstsein auf den Markt. Huawei etwa ist längst auch außerhalb der Volksrepublik zu einer respektierten Marke geworden. Weitere Hersteller wie Xiaomi wollen diesem Beispiel folgen. Ob die Smartphone-Trends der Zukunft bald schon im Reich der Mitte gesetzt werden? Eine Überraschung wäre das zumindest längst nicht mehr.

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Über den Autor

Der Halbfinne liebt das Reisen, wobei er als regelrechter Smartphone-Junkie niemals auf sein Mobiltelefon verzichten möchte. Technische Innovationen interessieren ihn nicht zuletzt auch deshalb, weil sie das ortsunabhängige Arbeiten leichter machen.

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