Probleme bei Kälte: So holt ihr im Winter das Optimale aus eurem Handyakku raus

Knackig kalte Wintertage sind für viele geradezu ein Albtraum. Andere wiederum freuen sich über Frost, Schnee und die damit verbundenen schönen Winterlandschaften. Was jedoch bei ordentlichen Minusgeraden häufiger streiken kann, ist euer Smartphone. Denn die Akkus mögen die niedrigen Temperaturen überhaupt nicht. Doch es gibt den einen oder anderen Trick, wie ihr euch wappnen könnt.

Akkuversagen schon bei leichten Minusgraden

Diverse Untersuchungen haben es gezeigt: Je kälter es ist, desto negativer wirkt sich dies auf den Smartphone-Akku aus. Dazu gehört zum einen, dass sich der Akku schneller entlädt als bei wärmeren Temperaturen. Zum anderen ist es so, dass auch die Displays bei einigen Geräten durch den Kälteschock spürbar langsamer reagieren. Das kann bereits bei Werten um die fünf Grad vorkommen.

Besonders kritisch wird es, wenn die Temperaturen noch weiter in den Keller gehen. Dann kann es durchaus mal vorkommen, dass es zu einem kompletten Akkuversagen kommt und sich euer Smartphone plötzlich automatisch ausschaltet – obwohl die Anzeige eigentlich noch einen Ladestand von 20 oder 30 Prozent angezeigt hatte. Schon ab -10 Grad gehen einige Handyakkus in die Knie, so zum Beispiel das iPhone 4S in einem Test der finnischen Fachzeitschrift „MikroPC“. Andere wiederum quittieren erst bei -20 bis -30 Grad ihren Dienst, doch wirklich beruhigend ist das nicht. Schließlich kann es auch im mitteleuropäischen Winter gerade nachts mitunter empfindlich kalt werden.

Das Smartphone so warm wie möglich halten

Der erste Tipp, um den Smartphone-Akku im Winter so lange wie möglich am Leben zu halten, ist zwar simpel und nahe liegend, darf hier gerade deswegen aber nicht fehlen. So solltet ihr darauf achten, dass ihr den Akku möglichst erst gar nicht zu sehr abkühlen lasst. Und wie könnt ihr das am besten erreichen? Natürlich, indem ihr das ganze Gerät so warm haltet, wie es irgendwie geht.

Dazu ein paar konkrete Tipps: Steckt das Handy möglichst in die Innentasche eurer dicken Jacke. In Außentaschen oder gar Hosentaschen kühlt es doch schnell merklich runter. Zusätzlich empfehlen wir euch, das Telefon beispielsweise in eine warme Wollsocke einzupacken. Es mag dann zwar vielleicht ein bisschen umständlicher sein, dieses etwa bei eingehenden Anrufen herauszuholen, aber die durch diese Maßnahme zusätzlich gewonnene Akkulaufzeit sollte es euch wert sein. Alternativ zur Wollsocke könnt ihr auch zu speziellen Thermohüllen für Smartphones greifen, die dann oftmals eine Bedienung der wichtigsten Gerätefunktionen auch durch die Hülle hindurch zulassen.

Bei extremem Frost: Lieber ganz ausschalten

Wenn ihr bei extremen Minusgraden draußen unterwegs seid und nicht wirklich die Möglichkeit habt, das Smartphone einigermaßen warm zu halten, dann solltet ihr im Zweifelsfall zur Radikalmaßnahme greifen. Schaltet das Gerät für die Dauer eures Aufenthaltes im Freien lieber komplett aus, bevor der Akku unnötig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der Hintergrund ist folgender: Die in den Smartphones eingebauten Lithium-Ionen-Akkus können Temperaturschwankungen überhaupt nicht leiden. Fallen diese innerhalb kürzester Zeit zu heftig aus, kann das schwerwiegende Folgen für die gesamte Haltbarkeit des Akkus haben. Kühlt dieser also beispielsweise von rund 20 Grad Zimmertemperatur innerhalb weniger Minuten um bis zu 40 Grad runter, könnte es sein, dass er gar irreparabel geschädigt wird. Also im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher gehen. Und sind wir einmal ehrlich, so ein paar Stunden ohne ständige Erreichbarkeit können doch sogar mal ganz erholsam sein.

Akku langsam wieder aufwärmen

Ihr habt euer Smartphone wegen des massiven Frosts draußen ganz ausgeschaltet? Dann solltet ihr nach dem Betreten eurer Wohnung einen Augenblick warten, ehe ihr es wieder einschaltet. Idealerweise sollte das Gerät wieder Zimmertemperatur haben, bevor ihr die Einschalttaste betätigt. Kurzschlüsse durch sich bildendes Kondenswasser könnten andernfalls die Folge sein.

Genauso solltet ihr entsprechend abwarten, bevor ihr das Smartphone an ein Ladegerät anschließt. Denn auch der Aufladevorgang sollte am besten erst bei Zimmertemperaturen gestartet werden. Damit schont ihr den Akku und sorgt dafür, dass er für längere Zeit maximal leistungsfähig bleibt.

No Gos und weitere Tipps zur Optimierung der Akkuleistung

Wie bereits eingangs betont wurde, solltet ihr das Handy wirklich immer so warm wie möglich halten. Deshalb gehört es im Winter auch keinesfalls in die Handtasche, wo das Gerät kaum Schutz gegen die Kälte hat. Es sei denn natürlich, ihr wickelt es auch hier zumindest gewissenhaft in Wollsocken oder ähnliches ein. Die bessere Option sind aber in jedem Fall die Innentaschen eurer Jacken. Denn hier bekommt es auch von eurer Körperwärme zusätzlich noch etwas ab. Ein absolutes No Go im Winter ist ein Liegenlassen des Telefons im Auto. Vergewissert euch beim Aussteigen also lieber zwei Mal, ob ihr das Gerät auch wirklich eingesteckt habt.

Wenn ihr hingegen eure Akkuleistung – nicht nur – im Winter noch zusätzlich optimieren möchtet, dann solltet ihr die folgenden Tipps beachten. Schaltet automatische Update-Prozesse vorübergehend ab, denn sie ziehen mehr Energie als ihr glaubt. Auch durch das Deaktivieren von Push-Benachrichtigungen und die Reduzierung der Display-Helligkeit könnt ihr Akku sparen. WLAN, Bluetooth und GPS sollten nur dann eingeschaltet werden, wenn ihr sie wirklich benötigt. Zu guter Letzt: Packt immer eine Powerbank mit. Damit könnt ihr eurer Smartphone unterwegs mit zusätzlicher Energie versorgen, wenn der Akkustand mal wieder schneller gesunken ist, als zu erwarten war.

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Über den Autor

Der Halbfinne liebt das Reisen, wobei er als regelrechter Smartphone-Junkie niemals auf sein Mobiltelefon verzichten möchte. Technische Innovationen interessieren ihn nicht zuletzt auch deshalb, weil sie das ortsunabhängige Arbeiten leichter machen.

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