Instant Apps – naht das Ende der klassischen App?

Ohne Apps geht auf dem Smartphone gar nichts. Ob nun E-Mails checken, Fahrpläne abrufen oder Onlinebanking betreiben – all das wird durch eigens entwickelte Anwendungen, die wir auf unserem Gerät installiert haben, noch ein bisschen bequemer. Wir nutzen die kleinen Programme inzwischen, ohne groß darüber nachzudenken, wie ungewohnt und neu sie noch vor einigen Jahren waren. Doch droht den Apps, wie wir sie heute kennen, jetzt schon bald wieder das Aus? Geht es nach Google, könnten sogenannte Instant Apps das neue große Ding sein.

Rückblick: Der Siegeszug der Apps

Alles nahm seinen Anfang mit der Erfindung des iPhones. 2007 vom US-Unternehmen Apple vorgestellt, stellte sich das Gerät sehr schnell als unglaublicher Verkaufsschlager heraus. Die Amerikaner stellten damit den gesamten Handymarkt auf den Kopf und das war nicht zuletzt auch dem neuartigen Konzept der Apps zu verdanken.

So ließ denn auch die Konkurrenz nicht lange auf sich warten und mit Android stellte Google schon bald ein Betriebssystem vor, das von diversen Herstellern übernommen wurde. Heute haben sogar die meisten Smartphones Android an Bord. Es ist vor allem eine Glaubensfrage, ob man sich nun für iOS oder Android entscheidet. Andere mobile Betriebssysteme spielen kaum noch eine Rolle – auch hier ist das Angebot an Apps ein entscheidender Faktor gewesen.

Noch im Jahr 2011 waren es weltweit „nur“ etwa 22 Milliarden kostenfreie und 2,89 Milliarden kostenpflichtige Apps, die aus den mobilen Appstores von Nutzern auf ihr Smartphone heruntergeladen wurden. Für 2016 prognostizierten Statistiker 211,31 Milliarden kostenlose und immerhin auch 13,49 kostenpflichtige App-Downloads – vor allem bei Apples iTunes und Google Play. Diese Entwicklung soll sich 2017 noch weiter fortsetzen.

Instant Apps – The next big thing?

instant-appsWährend also auf der einen Seite rund um den Erdball fleißige Entwickler an neuen Apps tüfteln, zerbrechen sich andere schon den Kopf darüber, was nach den heute bekannten Mobile Apps kommen könnte. Dabei fällt immer häufiger das Stichwort Instant Apps. Nur was hat es damit genau auf sich und könnte es tatsächlich sein, dass da revolutionäre Innovationen auf uns zukommen?

Einiges spricht dafür. So präsentiert sich Google hier als Vorreiter und präsentierte seine Instant Apps für Android auf der Entwicklerkonferenz I/O. Diese sollen sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie von den Nutzern direkt genutzt werden können. Eine Installation der Apps auf dem Smartphone, wie wir es heute kennen, soll nicht mehr nötig sein.

So sollen die Instant Apps funktionieren

Beim Surfen auf mobilen Webseiten, etwa Online-Shops, sollen die Nutzer durch Instant Apps einen zusätzlichen Mehrwert geboten bekommen. Der Clou an der Sache ist jedoch, dass diese Art von Apps durch einfaches Anklicken im Hintergrund geladen wird. Somit wird ein Besuch des Play Stores, um den Download zu starten, nicht mehr erforderlich sein.

Besucht ihr eine entsprechende Website, zu der eine kompatible App vorhanden ist, wird diese sofort ausgeführt. Eine Besonderheit dieser Instant Apps ist, dass nicht mehr die komplette App auf euer Endgerät heruntergeladen wird, sondern lediglich bestimmte Bereiche, die gerade benötigt werden. Nach der Nutzung verschwinden die Daten gleich wieder von eurem Smartphone. Das stellt eine massive Veränderung zur bisherigen Praxis dar.

Große Veränderungen für Nutzer und Entwickler

Es kommen also große Veränderungen auf euch als Nutzer zu. Die meisten dürfte es freuen, denn derzeit rauben die fest installierten Apps doch so einiges an Speicherplatz auf den Geräten. Den durch die neue Technologie frei gewordenen Platz könnt ihr dann zum Beispiel mit eigenen Bildern oder Videos befüllen.

Für die App-Entwickler stellt das Thema Instant Apps eine enorme Herausforderung dar. Schließlich müssen unzählige Apps komplett überarbeitet werden. Maxime soll es sein, dass die neuen Instant Apps nicht größer als 4 MB sind, um flott geladen zu werden. Unternehmen, die auf Apps zur Kundenbindung setzen, werden dem Ganzen wohl auch eher mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Im Endeffekt stehen praktischer Nutzen und Komfort für den Anwender jedoch über allem – und somit ist wohl davon auszugehen, dass die Instant Apps ein neues Kapitel in Sachen Smartphone-Nutzung einleiten werden.

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Über den Autor

Der Halbfinne liebt das Reisen, wobei er als regelrechter Smartphone-Junkie niemals auf sein Mobiltelefon verzichten möchte. Technische Innovationen interessieren ihn nicht zuletzt auch deshalb, weil sie das ortsunabhängige Arbeiten leichter machen.

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