Apps gegen Lebensmittelverschwendung: Schonen Umwelt und Geldbeutel

In zahlreichen Ländern der Erde müssen Menschen hungern oder schaffen es nur mit viel Mühe und Not, sich und ihre Familie zu ernähren. Währenddessen werden in den westlichen Industrienationen jeden Tag Unmengen an Lebensmitteln einfach so weggeworfen. Und das, obwohl sie noch absolut essbar wären. Dieser unsäglichen Lebensmittelverschwendung wollen einige Smartphone-Apps ein Ende bereiten. Das Coole daran: Ihr könnt auf diese Weise sogar noch richtig Geld sparen.

Viele „Lebensmittelverluste“ wären vermeidbar

Jedes Jahr werden alleine in Deutschland um die elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, wie eine Studie der Universität Stuttgart ermittelt hat. Der größte Teil davon wandert tatsächlich bei den Endverbrauchern in die Mülltonne. Aber auch im Handel, direkt bei den Herstellern und beispielsweise in Restaurant werden eigentlich noch einwandfreie Nahrungsmittel entsorgt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. So führen zum Beispiel fragwürdige EU-Normen dazu, dass ungefähr ein Drittel des Gemüses direkt nach dem Erntevorgang aussortiert wird – nur, weil es nicht den Vorstellungen der Bürokratie entspricht. An dieser Stelle ist zweifelsohne die Politik gefragt.

In Supermärkten sind es häufig auch Produkte, die nicht mehr schön genug aussehen, die aus dem Regel genommen werden. Und in Privathaushalten ist es meist so, dass die Verbraucher auf Nummer sicher gehen wollen und alles weg kommt, wo das Haltbarkeitsdatum gerade erst abgelaufen ist. Dabei könnte das meiste davon noch einige Tage lang vollkommen risikolos verzehrt werden. Wie könnte dieser massiven Lebensmittelverschwendung auf allen Ebenen nun also wirksam entgegengesteuert werden? Clevere Entwickler haben spannende Lösungsansätze entwickelt.

MealSaver – preiswert essen und die Umwelt retten

Das Berliner Start-up „EatUp“ hat mit MealSaver eine App entwickelt, die nicht nur gutes Essen retten, sondern auch euren Geldbeutel schonen hilft. Das Konzept ist simpel, aber effektiv. So können Restaurants, Cafés und Bäckereien bei „MealSaver“ übrig gebliebene Nahrungsmittel einstellen. Es wird eine Foodbox zusammengestellt, die ihr als Nutzer über die App kaufen und während einem bestimmten Zeitraum vor Ort abholen könnt. Die Bezahlung erfolgt via PayPal.

Seit MealServer im Oktober 2016 in Berlin und Hamburg an den Start ging, wurden bereits mehr als 3000 Kilogramm Lebensmittel vor dem Wegwerfen gerettet. Mittlerweile kooperieren auch Betriebe unter anderem in Köln oder Darmstadt mit der App – weitere Städte und Regionen sollen folgen. Über die jeweilige Stadtkarte in der Anwendung findet ihr alle gastronomischen Betriebe, die mitmachen, heraus. Bei grün markierten Betrieben könnt ihr aktuell eine Foodbox abstauben.

Die Mealsaver App ist kostenlos sowohl für das iPhone als auch für Android-Smartphones erhältlich. Im Nu habt ihr euch registriert. Ihr müsst dazu lediglich eure E-Mail-Adresse, euren Namen und ein

persönliches Passwort angeben. Schon könnt ihr ganz aktiv der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken – und euch leckeres Essen für kleines Geld sichern.

“Too Good To Go“ – Teller statt Tonne

Nach einem ganz ähnlichen Konzept funktioniert auch die App „Too Good To Go“, die ursprünglich aus Dänemark kommt. Auch hier geht es darum, Lebensmittel aus der Gastronomie vor der Mülltonne zu bewahren. Restportionen könnt ihr schon ab zwei Euro ergattern. Das geht sowohl über die App als auch online über die Website. Sucht euch einfach das Restaurant oder Café eurer Wahl in der Nähe aus und reserviert euch eure Mahlzeit mit PayPal oder eurer Kreditkarte.

Die „Too Good To Go“-App beinhaltet nicht nur Betriebe in Millionenstädten wie Berlin und Hamburg, sondern auch Nürnberg, Darmstadt oder Heilbronn sind mit dabei. Kostenlose Take-Away-Boxen in den Restaurants stellen sicher, dass die Portionsgrößen einheitlich sind.

Ladet euch diese App gegen Lebensmittelverschwendung gratis bei iTunes oder Google Play herunter, um mobil über euer Smartphone Bestellungen tätigen zu können. Mit einem Teil des Kaufpreises will das Start-up sogar gemeinnützige Zwecke unterstützen. Somit tut ihr hier gleich in mehrerer Hinsicht etwas Gutes.

Die App für leckere Gerichte aus Resten

Speziell an private Haushalte richtet sich die App “Zu gut für die Tonne!”, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für iOS und Android angeboten wird. Hier geht es vor allem darum, die Lebensmittelverschwendung zu Hause auf kreative Art und Weise zu bremsen. Warum nicht einfach mal aus übrig gebliebenen Zutaten ein schmackhaftes Restegericht zaubern?

Bei 340 verschiedenen Rezepten von Promis wie Daniel Brühl oder Johann Lafer, renommierten Sterneköchen und ganz normalen Hobbyküchen sollte für jeden Geschmack etwas Passendes mit dabei sein – ganz gleich welche Lebensmittel in eurem Kühlschrank gerade liegen geblieben sind und dringend verzehrt werden müssten.

Doch nicht nur Rezepte bietet euch die „Zu gut für die Tonne!“-App, sondern sie enthält außerdem auch noch Tipps und Tricks rund um Themen wie Lebensmittelaufbewahrung, Lagerung und Haltbarkeit. Der integrierte Einkaufsplaner hilft euch dabei, bei euren zukünftigen Einkäufen im Supermarkt die Mengen besser einzuschätzen und somit der Lebensmittelverschwindung sogar aktiv vorzubeugen. Außerdem spart ihr durch die optimierte Organisation Zeit im Laden.

Gutes teilen

Über den Autor

Der Halbfinne liebt das Reisen, wobei er als regelrechter Smartphone-Junkie niemals auf sein Mobiltelefon verzichten möchte. Technische Innovationen interessieren ihn nicht zuletzt auch deshalb, weil sie das ortsunabhängige Arbeiten leichter machen.

Weitere Artikel von René Schwarz.

Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Ähnliches

zum Shop zum Shop