17 einfache Tipps für richtig gute Smartphone-Fotos

Die Zeit, in der Handyfotos verpixelt, zu dunkel oder einfach nur schlecht waren, ist lange vorbei. Inzwischen sind viele Handykameras schon fast so gut, wie Digital- oder gar Spiegelreflexkameras – wenn man weiß, wie man sie bedienen muss. Der Fotograf Thomas Bauer und der Chip-Redakteur Dennis Schöberl haben uns ihre Tricks verraten, wie Ihr das Beste aus Eurem Handy herausholt. Übrigens: Alle Fotos in diesem Artikel wurden mit dem Smartphone erstellt.

Richtig zoomen

Auch wenn Handykameras inzwischen viel drauf haben, beim Zoom können sie noch nicht mit einer richtigen Kamera mithalten. Statt eines optischen Zooms, besitzen (fast alle) Handys nur einen digitalen. Das Handy vergrößert also nur einen Bildausschnitt, anstatt näher an ein Objekt heran zu zoomen. Darunter leidet die Qualität des Fotos. Berufsfotograf Thomas Bauer rät deshalb vom Zoomen mit dem Smartphone ab. Mit diesen Tipps seid Ihr besser beraten:

 

  1. „Turnschuh-“ oder „Fuß-Zoom“
    Statt den digitalen Zoom des Handys einzusetzten, könnt Ihr auch einfach auf das Objekt zugehen oder Euch davon entfernen. So vergrößert oder verkleinert Ihr etwas, ohne dabei die Bildqualität zu ruinieren.Richtig zoomen mit dem Smartphone
  2. Perspektive wechseln
    Schon durch kleine Bewegungen könnt Ihr die Perspektive ändern und damit mehr aus Euren Fotos holen. Aus der Hocke heraus sehen zum Beispiel einige Objekte noch viel interessanter aus. (Übrigens, das gilt auf gar keinen Fall für Porträts!)Für Smartphone-Fotos die Perspektive wechseln
  3. Externes Objektiv verwenden
    Natürlich kann ein externes Objektiv für Smartphones bei Aufnahmen helfen, auch wenn Ihr Euch davon keine Wunder erhoffen solltet. Die Objektive gibt es in verschiedenen Ausführungen und werden an das Handy montiert. Die Billigsten gibt es ab sechs Euro. Um wirklich gute Fotos zu schießen, sollte man jedoch etwas tiefer in die Tasche greifen, empfiehlt der Technik-Experte Dennis Schöberl.

Richtig scharf stellen

Der Fokus spielt beim Handy eine ebenso große Rolle, wie bei einer normalen Kamera. Viele Geräte fokussieren automatisch, ohne dass der Nutzer selbst etwas einstellen muss. Oft will man aber selbst entscheiden, welches Objekt im Fokus stehen soll. Dafür gibt es folgenden Möglichkeiten:

  1. Der Touch-Fokus
    Bei den meisten Handys kann man durch Berühren des Bildschirms den Fokus ändern. So wird das Objekt scharf gestellt, das man auf dem Bildschirm antippt.Fokus richtig einstellen bei Smartphone-Fotos
  2. Manueller Fokus
    Einige Handyhersteller bieten einen manuellen Fokus an. Ähnlich wie bei einer Spiegelreflexkamera, kann man hier einen Regler manuell verschieben und so unterschiedlich scharf stellen. Bei Handys fällt der externe Regler natürlich weg; alles passiert auf dem Bildschirm. Beim iPhone könnt Ihr den Fokus zum Beispiel manuell einstellen, indem Ihr mit dem Finger lange auf dem Bildschirm bleibt. Die Handykamera behält dann den aktuell eingestellten Fokus und ihr könnt mit dem iPhone verschiedene Perspektiven und Abstände ausprobieren.

Richtig blitzen

Ähnlich wie beim Zoom, gibt es beim Blitzen noch große Unterschiede zwischen Handys und richtigen Kameras. Während Kameras einen Xenon-Blitz nutzen, wird beim Handy nur ein kurzes LED-Licht ausgelöst. Dadurch wirkt das Bild oft überstrahlt oder hat einen falschen Farbton. Um das zu vermeiden, empfiehlt Thomas Bauer Folgendes:

  1. Ohne Blitz knipsen
    Bei den meisten Handys wird der Blitz automatisch und schon bei relativ hellen Lichtverhältnissen ausgelöst. Es lohnt sich allerdings das übrige Tageslicht zu nutzen und so lange es geht auf den Blitz zu verzichten. Das funktioniert, indem man den Blitz von Automatik auf manuell umstellt.
  2. Der doppelte LED-Blitz
    Immer mehr Handyhersteller verbauen doppelte LED-Leuchten. Diese werden durch Sensoren gesteuert und hintereinander ausgelöst. So erreicht man eine natürlichere Ausleuchtung.
  3. Die Taschenlampe
    Die sogenannte „Taschenlampe“, die jedes Handy mit Foto-Funktion besitzt, benutzt dieselbe LED-Leuchte wie die Handy-Kamera. Mit der Taschenlampe, beziehungsweise dem Blitz kann man sein Objekt auch für einen längeren Moment anleuchten. Ein echter Geheimtipp gegen zusammengekniffene Augen.

Tipps gegen verwackelte Aufnahmen

Was macht eine Handykamera attraktiver als eine „normale“ Kamera? Richtig, vor allem die Handlichkeit und das Gewicht. Das ist jedoch nicht immer ein Vorteil. Da Handys nicht schwer in der Hand liegen, kommt es oft zu verwackelten Bildern. Das lässt sich zum Beispiel so vermeiden:

Fotos mit dem Smartphone nicht mehr verwackeln

  1. Die Kamera richtig halten
    Genau wie beim Fotografieren mit einer Digital- oder Spiegelreflexkamera, gibt es auch bei Smartphone-Fotos eine optimale Haltung. Indem Ihr zum Beispiel die Arme anwinkelt, nehmt Ihr Euch selbst die Dynamik und haltet die Kamera automatisch ruhiger. Mit leicht gebeugten Knien bekommt Ihr außerdem einen stabileren Stand. Jetzt nur noch tief einatmen, halten und auf den Auslöser drücken.
  2. Fernauslöser benutzen
    Über Bluetooth kann man bei vielen Handys auch einen Fernauslöser nutzen. So kann man das Handy auf einer stabilen Unterlage abstellen und mit dem externen Gerät auslösen.
  3. Gerade Flächen nutzen
    Gerade nachts ist es wichtig, das Handy zu stabilisieren, weil sonst das Bild verwackelt. Die Kamera dazu einfach auf eine Mauer stellen oder mit ein paar Steinen stützen. Wem das nicht reicht, kann sich auch eine extra Stabilisierungs-App herunterladen, erklärt Dennis Schöberl. Oft sind diese aber Stabilisatoren auch schon vorinstalliert.Das richtige Licht bei Handyfotos wählen

Das richtige Licht wählen

Je besser die Lichtverhältnisse, desto besser die Bilder. Da macht es keinen Unterschied, ob man mit einer Spiegelreflexkamera oder mit einem Handy fotografiert. Alle Kameras nutzen dazu den ISO-Wert, der die Lichtempfindlichkeit misst. Je höher der ISO-Wert, desto heller wird das Bild. Wenn man beispielsweise ohne Blitz fotografiert, wird der ISO-Wert automatisch hochgefahren. So gleicht die Kamera schlechte Lichtverhältnisse aus. Während sich dieser Wert bei normalen Kameras manuell einstellen lässt, läuft das bei Handys automatisch. Mit diesen Tricks erhältst du trotzdem optimale Lichtverhältnisse.

Das richtige Licht bei Smartphone-Fotos

  1. Mit Blitzlicht dunkle Gesichter aufhellen
    Auch wenn die Sonne vom Himmel strahlt – vor einem hellen Hintergrund sieht man kaum die Gesichter. Um den Schatten im Gesicht auszugleichen, kann trotz Sonnenschein der Blitz noch mehr aus dem Foto holen.
  2. Tageslicht nutzen
    Fotomotive sehen im Tageslicht immer besser aus. Kleiner Fotografen-Tipp: Es muss es nicht unbedingt klarer Sonnenschein sein, selbst das Tageslicht bei Nebelwetter reicht aus.
  3. Lieber mal in den Schatten gehen
    Bei starker Sonne lieber in den Schatten gehen – so vermeidet Ihr starke Schlagschatten. Das gilt vor allem bei Porträt-Aufnahmen, denn wer hat schon gerne eine Nase, die dank Schatten doppelt so markant aussieht?

Auf den richtigen Bildausschnitt setzen

Ganz wichtig und oft unterschätzt ist die Bildkomposition. Thomas Bauer gibt drei Tipps, wie Ihr unscheinbare Motive richtig in Szene setzten könnt.

Richtigen Bildausschnitt bei Smartphone-Fotos finden

  1. Nicht zu viel Weitwinkel
    Gerade bei Porträts sollte man auf eine Weitwinkel-Einstellung verzichten und stattdessen nur Ausschnitte fotografieren. Wenn Hauptmotive nicht in der Mitte, sondern am Rand positioniert werden, wirkt das spannender und ästhetischer.
  2. Vollbild-Fotos
    Viele Handys zeigen nur einen Teilausschnitt des späteren Fotos auf dem Display an. Gut, dass es Apps gibt, die das ändern. In dieser Ansicht erstreckt sich das Foto über den ganzen Bildschirm. Ausgelöst wird mit einem Tippen auf den Bildschirm.
  3. Auf die Knie
    Gerade bei Kinderaufnahmen oder Objekten in Bodennähe lohnt es sich, in die Knie zu gehen. Auf Augenhöhe ist man näher am Kind dran und kann seine Welt besser einfangen.

Perspektive bei Smartphone-Fotos auf den Knien

Die wichtigsten Apps für bessere Fotos

Es gibt hunderte Apps, mit denen man die eignen Fotos verbessern, aufmotzen oder nachbearbeiten kann. Diese Apps lohnen sich laut Chip-Redakteur Dennis Schöberl wirklich.

  1. Slow Shutter ist super für Nachtaufnahmen
  2. Snapseed ist perfekt für Basiskorrekturen
  3. PSexpress ist eine Art Mini Photoshop und kann fast alles, was der große Bruder auch kann
  4. Mit FaceTune kann man gut retuschieren
  5. Die VSCO App bietet alle möglichen Filter
  6. Instagram geht natürlich immer. Vor allem, wenn Ihr gute Filter sucht

Tipps zum Handykauf für Hobby-Knipser

Auflösung

Wer seine Fotos ausdrucken möchte, sollte auf ein Handy mit hoher Auflösung achten. Für den Technik-Experten Dennis Schöberl ist eine Kamera mit 12-16 Megapixel optimal.

Laser-Autofokus

Wem das Fokussieren immer zu lange dauert, der sollte darauf achten, dass das neue Handy einen Laserautofokus hat. Der beschleunigt nämlich den Vorgang.

Smartphone-Fotos: richtig fokussieren

Auslöser

Ein Auslöser, der am Handy angebracht ist, erleichtert das Fotografieren. Fotos, die nur am Display ausgelöst werden können, werden oft wackelig.

Über diese nützlichen Extras sollten Handyfoto-Begeisterte nachdenken:

Extra SD-Karte

Wer viel am Handy fotografiert, für den lohnt sich eine extra SD-Karte. Vor allem Fotos mit hoher Auflösung nehmen viel Speicherplatz in Anspruch. Einen SD-Kartnslot gibt es aber leider nicht bei allen Handys. In Anlehnung an Apple, führen immer mehr Handyhersteller feste Speicherplatzgrößen ein, die nicht erweitert werden können.

Mobiles Ladegerät

Wer sehr viel mit dem Handy fotografiert, weiß, wie schnell das am Akku zehrt. Ein mobiles Ladegerät sorgt dafür, dass das Handy und somit die Kamera unterwegs immer einsatzbereit sind.

Der Selfie Stick

Ja, der Selfie Stick sieht ein wenig lustig aus, ist aber überaus praktisch. Er dient nicht nur zur Aufnahme von Selfies, sondern nützt vor allem in Situationen mit interessanten Perspektiven. Besonders bei Sportfotos macht er einen guten Job, findet Fotograf Thomas Bauer.

Fotos: Thomas Bauer

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Über den Autor

Gidon Wagner ist Online-Journalist und schreibt bei Sparmag über Smartphones, Hardware und alles, was digital ist und Spaß macht.

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Kommentare

Marco 29. Januar 2016

Noch ein Tipp zum Thema Auslöser:
Bei manchen Handies wie dem Galaxy S4 kann man über einen Sprachbefehl ( beim S4: "Bitte lächeln") ein Foto auslösen ( das funktioniert natürlich auch bei reinen Landsschaftsausfnahmen, da keine entsprechende "Lächelerkennung" gemacht wird)

Antworten

Anna 16. August 2016

Hi,

ich fotografiere selbst. Leider habe ich nicht immer die Kamera dabei, weswegen ich auch oft das Handy zücke. Wenn man weiß, wie man das handy richtig handhabt, dann gelingen auch mit dem Smartphone super tolle Fotos!

Antworten

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